Zahnbehandlungen

...hier wäre wohl eine angebracht
...hier wäre wohl eine angebracht

 

Die Zahnbehandlung bei Pferden hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dies zeigt sich auch in unserer täglichen Praxis, in der dieses Themengebiet einen großen Stellenwert hat. Seit 1998 werden Routinebehandlungen und orale Zahnextraktionen durchgeführt.

 

Eine kontinuierliche Weiterbildung auf dem Gebiet der Pferdezahnheilkunde gewährleistet ein Arbeiten auf dem aktuellen Stand. Dabei steht der direkte Kontakt mit führenden Kollegen dieser Fachrichtung sowie die Teilnahme an praktischen Fortbildungsveranstaltungen im Vordergrund.

 

Erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang, dass die Kollegin Janine Beck in diesem November das dritte vierzehntägige Modul in der School for Equine Dentistry in Glenns Ferry, Idaho, absolviert hat.

 

Bei komplizierteren Behandlungen bzw. kieferchirurgischen Eingiffen arbeiten wir eng mit verschiedenen Kollegen und Kliniken zusammen, sodass eine optimale Versorgung gegeben ist und Ihr Pferd auch morgen noch kraftvoll zubeißen kann.

 

Untersuchung mit dem Zahnspiegel, pathologische Zahnlücke
Untersuchung mit dem Zahnspiegel, pathologische Zahnlücke

Was bringen Zahnbehandlungen?

Ebenso wie bei uns Menschen kommen beim Pferd die unterschiedlichsten pathologischen Veränderungen vor. Genauso wie viele Menschen erst zum Zahnarzt gehen, wenn die Schmerzen doch zu groß werden, geben viele Pferdebesitzer erst dann den Auftrag für eine Zahnbehandlung, wenn sich schon Probleme eingestellt haben. Diese können sehr unterschiedlich sein:

  •    Schwierigkeiten beim Fressen, Futterverweigerung
  •    Herausfallen von Futter aus dem Maul
  •    vermehrter Speichelfluss
  •    Kauen von Wickeln und Priemen
  •    Schwellungen im Kopfbereich
  •    Nasenausfluss, oft übelriechend und einseitig
  •    Gewichtsverlust, schlechtes Haarkleid
  •    Rittigkeitsprobleme 

Dieses sind nur die häufigsten der möglichen Symptome. Viele der zu Grunde liegenden Zahnerkrankungen können mit regelmäßigen Untersuchungen und Behandlungen vermieden oder zumindest in einem frühen Stadium korrigiert werden. Die Humanzahnärzte werden das gerne bestätigen.

Ihr Pferd hat jedoch einen Vorteil: es hat sicherlich nicht schon Tage vorher Angst vor dem Zahnarzt.

 

Frau Beck bei der Arbeit
Frau Beck bei der Arbeit

Wie oft sollte dem Pferd auf den Zahn gefühlt werden?

Grundsätzlich hängt das natürlich vom Zustand des Gebisses ab und ist somit von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Ein Abstand von zwölf bis achtzehn Monaten ist sicherlich empfehlenswert, um langfristig gute Ergebnisse zu erzielen. Bei einem optimalen Gebiss mit gleichmäßiger Druckverteilung kann der Abstand meines Erachtens bis zu zwei Jahre betragen. In Einzelfällen, z.B. bei der Korrektur von Fehlstellungen, kann auch schon mal vorübergehend ein deutlich kürzerer Abstand sinnvoll sein.

Die häufig vertretene Meinung, dass nur ältere Pferde eine Zahnbehandlung nötig haben, ist leider so nicht richtig. Ältere Pferde haben vielleicht im Durchschnitt die massiveren Abweichungen und Pathologien. Diese haben aber oft eine lange Entstehungsgeschichte hinter sich und ihren Ursprung nicht selten einem missglückten Zahnwechsel zu verdanken. Aus diesem Grund sollte der Zahnwechsel bei den Zwei- bis Vierjährigen kontrolliert werden. Eine Zahnbehandlung sollte spätestens erfolgen, bevor dem Pferd erstmalig ein Trensengebiss eingelegt wird, um dem Pferd unnötige Schmerzen zu ersparen (und auch eine bessere Rittigkeit zu erzielen).

Zahnhaken auf dem ersten Backenzahn
Zahnhaken auf dem ersten Backenzahn
Rotierende Zahninstrumente von Dr. Becker von 1930
Rotierende Zahninstrumente von Dr. Becker von 1930

Muss jedes Pferd für die Zahnbehandlung sediert werden?

Für eine ordentliche Untersuchung der Maulhöhle sind ein stabiles Maulgatter, eine leistungsstarke Beleuchtung (Kopflampe) und ein Zahnspiegel sowie das Ausspülen des Mauls die Grundvoraussetzung. Dazu muss der Kopf des Patienten ruhig sein. Das gilt auch für die anschließende Behandlung mit rotierenden (teils scharfen) Geräten. Gründliches und vor allem sicheres Arbeiten ist dabei ohne Sedierung nicht möglich! Die heutzutage eingesetzten Medikamente sind äußerst sicher und das Risiko einer Verletzung des Pferdes, des Besitzers oder des Tierarztes ist bei einem unsedierten Tier um ein Vielfaches höher.

Und nein- sie fallen nicht um.

 

 

 

Gleichzeitige Zahnbehandlung und Rückenmassage
Gleichzeitige Zahnbehandlung und Rückenmassage
Zahnbehandlung im Doppelpack
Zahnbehandlung im Doppelpack